Die Baumberge haben sich bewegt – und die Welt ein bisschen mitgedacht. Was bei den Wandeln & Handeln Tagen passierte liest sich hier.
Vier Tage, vier Orte, eine Botschaft: Vom Gewerkschaftsdialog in der Strumpffabrik Dirks über die Aktionsfläche auf dem Frühlingsfest Havixbeck bis zur bewegenden Speakers Tour mit Textilgewerkschafterin Camelia Hasan aus Bangladesch – die Wandeln & Handeln Tage 2026 haben gezeigt, wie lokales Engagement und globale Verantwortung zusammengehören.
Die Baumberge aus einer anderen Perspektive
Wandeln & Handeln Tage begeistern Besucher:innen bei zahlreichen Veranstaltungen im Kreis Coesfeld
Das ist passiert:
Die Wandeln & Handeln Tage 2026 erstreckten sich vom 16. bis 19. April über die gesamte Baumberge-Region: Von Aktionsständen auf dem Wochenmarkt in Nottuln über die Führung und Politikdiskussion in der Strumpffabrik Dirks in Billerbeck, einen Gewerkschaftsdialog in Coesfeld und ein Filmgespräch in Münster bis hin zum großen Abschlusstag auf dem Frühlingsfest in Havixbeck – und die Baddabäm-Mixed Arts-Show Schickimicki. Ein roter Faden durch alle vier Tage war die Speakers Tour mit Camelia Hasan, Textilgewerkschafterin aus Bangladesch, die bei Gesprächen und Aktionen bewegende Einblicke in die Arbeit einer Gewerkschaft und den Alltag von Näherinnen in Bangladesch mitbrachte. Mitveranstaltet wurden die Tage von den Fair Trade Gruppen der Gemeinden Nottuln, Billerbeck und Havixbeck sowie unterstützt von mehr als drei Dutzend Gruppen, Unternehmen und Vereinen.
„Die Resonanz hat uns wirklich begeistert – so viele Menschen und Gruppen, die mit so viel Herzblut mitmachen und zeigen: Eine zukunftsfähige Welt entsteht hier vor Ort, ist aber immer auch mit dem globalen Blick verbunden. Genau das ist der Kern der Wandeln & Handeln Tage.“ Tore Süßenguth, Projektleitung Vamos e.V.
Hier wurde mitgemacht:
Der Verein Vamos e.V. und die Fairtrade-Aktionsgruppe Havixbeck haben am 19. April 2026 das diesjährige Frühlingsfest in Havixbeck um eine besondere Aktionsfläche bereichert. Unter dem Motto der Wandeln & Handeln Tage 2026 in den Baumbergen luden vielfältige Mitmachangebote dazu ein, globale Zusammenhänge rund um Textilien und Blumen hautnah zu erleben – mitten im bunten Treiben des Frühlingsfests.
Großen Anklang fand das Mitmachbingo, das Besucher:innen auf spielerische Weise zu den verschiedenen Ständen führte und zum Austausch über fairen Konsum, nachhaltige Landwirtschaft und regionales Engagement einlud. Vor allem die Vielfalt der Aktionen und die Menschen hinter den Projekten begeisterten Jung und Alt. Als Hauptpreis wartete ein Mountainbike.
Besonders bei Kindern und Familien beliebt: Die Clownin Pina Pepita begleitete die Jüngsten symbolisch entlang des langen Weges einer Jeans.
Eine über 3,5 Meter hohe Skulptur, gefüllt mit Altkleidern aus Havixbeck, veranschaulichte eindrücklich das Ausmaß des Textilkonsums über ein Zeitfenster von nur acht Stunden – und wurde zum Gesprächsmagnet für viele Besucher:innen.
Camelia Hasan, Gewerkschafterin aus Bangladesch, berichtete im persönlichen Gespräch von den Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken – eine Branche, die es im Münsterland noch bis in die 1960er Jahre gab und seither nach Asien verlagert wurde. Das Zusammenspiel zwischen Herstellung im Globalen Süden und Konsum in den nördlichen Ländern wurde greifbar und stellte Fragen zum eigenen Kaufverhalten. Alternativen wie Upcycling, Second-Hand, Kleidertausch und Slow Fashion wurden ebenfalls vorgestellt.
Was bleibt: Interkommunale Zusammenarbeit für faire Beschaffung
Bereits am Freitag, dem 17. April 2026, bildete die Strumpffabrik Dirks in Billerbeck den Rahmen für einen besonderen politischen Dialog. Im Anschluss an eine Führung durch den Betrieb kamen Vertreter:innen der drei Baumbergegemeinden unter dem Titel „Von der Socke zur Strategie – Was können die Baumberger Kommunen für faire Textilien tun?“ zusammen. Mit dabei waren Bürgermeister Marco Lennertz aus Billerbeck, der stellvertretende Bürgermeister Schmitz aus Havixbeck und die stellvertretende Bürgermeisterin Dieckmann aus Nottuln – gemeinsam mit den Fair Trade Steuerungsgruppen, Camelia Hasan aus Bangladesch sowie Vertreter:innen aus Zivilgesellschaft und Unternehmen.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die drei Kommunen die Weltnachhaltigkeitsziele (SDGs) bis 2030 gemeinsam voranbringen können – insbesondere durch faire und regionale Beschaffung. Die Veranstaltung machte die gewachsene interkommunale Zusammenarbeit sichtbar: Die enge Abstimmung zwischen Steuerungsgruppen und Verwaltungen sowie das gemeinsame Ziel, faire Beschaffung künftig noch stärker in den Fokus zu nehmen, ist ein wichtiges Signal für die gesamte Region.
Das sagen die Beteiligten
„Mehr als 20 Aktionsstände in Havixbeck – das war beeindruckend. Aber schon die Tage davor in Nottuln, Billerbeck und Coesfeld haben gezeigt: Das Interesse in der Region, für eine gerechte und nachhaltige Welt zu werben und sich zu engagieren, ist groß und wächst weiter.“
Laura Antosch-Borker, Eine-Welt Regionalpromoterin für den Kreis Coesfeld Vamos e.V.
„Das Mitmachbingo hat wunderbar funktioniert – es hat Menschen jeder Generation spielerisch ins Gespräch gebracht. Genau das ist unser Ziel: Globale Zusammenhänge wie Textilproduktion und Blumenhandel erlebbar machen und vor Ort ins Handeln kommen.“
Tore Süßenguth, Projektleitung Vamos e.V.
„Es war für mich beeindruckend, wie viele Hände für die Vorbereitung und Gestaltung eines so vielseitigen Programms nicht nur am Aktionstag selbst, sondern bereits im Vorfeld mit angepackt haben.“
Petra Cassens, Fairtrade-Aktionsgruppe Billerbeck
„Ich bin noch ziemlich bewegt von den letzten Tagen – besonders von der Aktion auf dem Frühlingsfest und der so vielseitig dargestellten Thematik rund um Textilien und Blumen,
Annette Klinkenbusch, Fairtrade-Aktionsgruppe Havixbeck
„Die Rückmeldungen unserer Gäste waren durchweg positiv. Besonders gelobt wurde, wie natürlich und stimmig die Aktionsfläche mit dem übrigen Frühlingsfest ineinandergeflossen ist – mit echtem Tiefgang, der den Festcharakter bereichert hat.“
Astrid Fertig, Havixbeck Marketing
Die Wandeln & Handeln Tage 2026 werden gemeinschaftlich von lokalen Akteur:innen getragen und gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL im Auftrag des BMZ sowie der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW.





















